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Inverse Effekte von Nimodipin: Reduktion des zytostatikainduzierten Zelltodes neuronaler Zellen bei erhöhter Tumorsuszeptibilität

Key Points

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  • Supervisor:
Neurosciences, Biochemistry
Laboratory Research
Starting now for about 1 year
Preferably On-site
Universitätsklinikum Halle (Saale)
Dr. med. Maximilian Scheer, Dr. rer. nat. Sandra Leisz

Summary
of the
project:

Nimodipin ist ein Arzneistoff der Klasse der Dihydropyridine, welcher selektiv den Calcium-

Einstrom über L-Typ Kanäle hemmt. In der Neurochirurgie wird dieser Calciumantogonist

hauptsächlich bei aneurysmatischen Subarachnoidalblutungen eingesetzt. Durch die

relaxierende Wirkung auf glatte Muskelzellen wird es sowohl zur Prophylaxe, als auch zur

Therapie von Vasospasmen bzw. Delayed Cerebral Ischemia (DCI) eingesetzt .

Neben diesen vasogenen Effekten wird Nimodipin auch mit neuroprotektiven Eigenschaften in

Verbindung gebracht, womit sich bereits einige wenige Studien auseinandergesetzt haben. Die

Klinik für Neurochirurgie des Universitätsklinikums Halle beschäftigt sich seit Jahren intensiv mit

dem Thema der Neuroprotektion, wobei anhand verschiedener Modelle diese Effekte durch die

Nimodipin-Behandlung nachgewiesen wurden. Beispielsweise konnte gezeigt werden, dass eine

Behandlung mit Nimodipin protektiv auf neuronales Gewebe bei mechanischem, thermischem

sowie osmotischem Stress wirkt.

Aufgrund dieser Eigenschaften wird es in unserer Klinik regelhaft bei der operativen Versorgung

von Vestibularisschwannomen eingesetzt. Im Rahmen einer Pilot-Studie fanden sich Hinweise

für ein besseren Outcome hinsichtlich der postoperativen Hörfunktion. Diese Aspekte werden

aktuell in einer prospektiven, multizentrischen DFG-Studie untersucht.

Natürlich spielt die Neuroprotektion nicht nur bei der operativen Versorgung von

Vestibularisschwannomen eine Rolle. Auch in der Gliomchirurgie soll umliegendes neuronales

Gewebe vor mechanischem sowie thermischem Stress geschützt werden. Da bei vielen Gliomen

eine adjuvante Chemotherapie erforderlich ist, stellt sich zudem die Frage, welche Effekte hier in

Kombination mit Nimodipin zu verzeichnen sind. Im Idealfall soll ein gutes Therapieansprechen

bei möglichst geringen unerwünschten Wirkungen erreicht werden (Abbildung 1). Eine dieser

unerwünschten Wirkungen ist z.B. die Polyneuropathie unter Vincristin-Behandlung, welches im

Rahmen des PCV-Schemas häufig bei Gliomen angewendet wird.

Aktuell wird der Fokus der Untersuchungen nun auf die Effekte von Nimodipin in Kombination

mit Zytostatika auf neuronale Zellen sowie Tumorproben gelegt. In eigenen unpublizierten

Vorarbeiten konnte gezeigt, dass die zusätzliche Gabe von Nimodipin den Zelltod neuronaler

sowie Schwann-Zellen unter Vincristin-Behandlung reduziert. Gleichzeitig wurde die Tumor-

Suszeptibilität von Tumorzellen durch diese Kombination erhöht. Diese Steigerung des

Therapieansprechens deckt sich mit einigen früheren Studien.

Neben den seit längerer Zeit etablierten Therapiesäulen Operation, Bestrahlung und

Chemotherapie hat in den letzten Jahren die Anwendung elektrischer Wechselfelder

(Tumortherapiefelder, TTF) Einzug in die Behandlung der Gliome gehalten. Hierdurch konnte

eine signifikante Verlängerung des progressionsfreien Überlebens bei Patienten mit einem

Glioblastom erreicht werden. In der Literatur gibt es Hinweise, dass die Kombination von

Calcium-Antagonisten mit elektrischen Wechselfeldern die Therapieeffekte erhöhen könnte. Wir

möchten auch diese Aspekte in diesem Forschungsvorhaben untersuchen. Diesbezüglich liegt

ein positives Votum der Firma Novocure zur Bereitstellung eines Inovitro-Systems vor.

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